Lebensmittel im Kühlschrank: Richtig gelagert, lange frisch!  

Das kommt Ihnen bekannt vor? Abgehetzt, die Arme voll, wollen die Einkäufe so schnell wie möglich verstaut sein - irgendwie, irgendwo. Ein Zeitgewinn, der sich mit reduzierter Haltbarkeit rächt. Dabei lässt sich durch richtige Lagerung die Haltbarkeit vieler Lebensmittel sogar verdoppeln: Faktoren wie Frische des gekauften Produkts, Verpackung, Lagertemperatur und Lagerfeuchte nehmen Einfluss darauf, wie lange ein Produkt im Kühlschrank frisch bleibt - von Froster- bis Gemüsefach.


Einkaufen und einräumen - mit System

Perfekte Lagerung beginnt schon beim Einkauf, weshalb Ihre Runde durch den Supermarkt mit dem Griff zu Gekühltem und Gefrorenen endet, in der warmen Jahreszeit in einer zusätzlichen Kühltasche am besten aufgehoben. Um die Kühlkette nur minimal zu unterbrechen, gehört zu Hause alles sofort an seinen Platz. Gerade gekauft, bald verdorben muss nicht sein: Räumen Sie Brot, Gemüse und Käse mit System ein. Erste Faustregel: Ältere Packungen haben sich zum baldigen Verbrauch eine Position in der ersten Reihe verdient, neue Ware gehört nach hinten. Kein Platz mehr? Vielleicht ist Ihr Kühlschrank zu klein: Über 120 bis 140 Liter Nutzinhalt sollte ein Gerät Zwei-Personen-Haushalte schon verfügen, jede weitere Person braucht 60 Liter mehr. Denn nur dort, wo Luft gut zirkuliert, wird optimal gekühlt!

Richtig verpackt, bestens geschützt

Lebensmittel gleicher Warengruppe zusammen einzuräumen, senkt die Keimbelastung. Dabei gilt für die meisten Lebensmittel: Möglichst kühl, frostsicher, nicht zu feucht oder zu trocken währt am längsten! Nicht in den Kühlschrank gehören Trockenvorräte wie Grieß, Haferflocken und getrocknete Hülsenfrüchte, aber auch Brot - höchstens an heißen Tagen, um Schimmelgefahr zu bannen. Austrocknen, Keimbefall, Anziehen von Gerüchen? Die richtige Verpackung schützt. Füllen Sie den Inhalt angebrochener Konservendosen in Behältnisse um und decken Sie angebrochene Packungen ab. Zubereitete Speisen halten sich in Vorratsgefäßen mit Deckel im obersten Fach noch mehrere Tage. Aber: Kühlen Sie Essensreste nie im Kochgeschirr ab (Schwitzwassergefahr), sondern füllen Sie diese in maximal fünf Zentimeter hohe Behälter um - für schnelles Abkühlen.

Temperaturzonen - von Käse bis Kartoffel

Kühllagerung meint kurzfristige Aufbewahrung - je nach Temperaturvorwahl zwischen etwas über 0°C bis etwa 10°C. In diesem Temperaturspektrum ist das Wachstum krankheitserregender, verderbender Mikroorganismen sowie die Aktivität lebensmitteleigener Enzyme gehemmt. Reifung und Alterung von Obst und Gemüse verzögern sich, dunkle Lagerung schiebt Oxidation den Riegel vor. Dabei hat jedes Lebensmittel spezifische Temperaturbedürfnisse - und verdient seinen eigenen Idealplatz in der Temperaturzone. Zonen? Sie entstehen bei Kühlschränken mit statischer Kühlung (das sind die meisten), wo kalte Luft absinkt und warme Luft aufsteigt. So herrschen 0°C bis 2°C nahe der Verdampferplatte an der Rückwand bzw. auf der Glasplatte über dem Gemüsefach - perfekt für leicht Verderbliches wie Fisch und Fleisch. In den Fächern der mittleren Zone - zwischen Gemüsefach und Gefrierfach - dominieren Milch und Milchprodukte bei 3°C bis 6°C, ins oberste davon gehören Lebensmittel wie Käse, gegarte Speisen und geräucherte Fleisch- und Wurstwaren. Bereits 5°C bis 8°C warm ist es im Gemüsefach - Platz für Salate, Gemüse und heimisches Obst, Kräuter und Pilze. Lagern Sie diese unverpackt oder im gelochten Folienbeutel. Das Türfach schließlich (7°C bis 10°C) nimmt alles auf, was ohne starke Kühlung auskommt - von Senf und Ketchup bis zu Eiern, Butter und Getränken. Tiefkühlkost wartet im 4-Sterne-Fach bei Temperaturen um -18°C auf seinen Einsatz.

Milchprodukte, Fleisch und Fisch lagern

Milchprodukte strafen Lagerung bei Licht und Wärme mit schnellem Verderb ab. Edelschimmel greift regelmäßig auf den Hartkäse über? Verpacken Sie jede Käsesorte getrennt. Apropos Schimmel: Schneiden Sie Käse nicht auf dem Brotbrettchen - Heferückstände lassen ihn schneller schimmeln. Gewusst? In ein salzwassergetränktes Geschirrtuch eingeschlagen, sind ganze Käsestücke bis zu drei Wochen saftig. Eier bleiben - im Fach in der Kühlschranktür und mit der Spitze nach unten gelagert - drei bis vier Wochen frisch, aufgeschlagen oder verarbeitet dagegen maximal zwei Tage. Auch rohes Fleisch und Fisch sind Sensibelchen, weshalb Sie an den kältesten Ort über dem Obst- und Gemüsefach und ohne Kontakt zu weiteren Lebensmitteln gehören. Gießen Sie keimlastiges Auftauwasser regelmäßig ab. Die Fleischsorte bestimmt die Haltbarkeitsdauer: Während sich Rindfleisch drei bis vier und Kalb- und Schweinefleisch zwei bis drei Tage halten, kapituliert Geflügel schon nach spätestens zwei Tagen. Hackfleisch sollten Sie am selben Tag verzehren. Frischer Fisch bleibt im Glas- oder Porzellanbehälter einen Tag, geräuchert bis zu vier Tage haltbar.

Obst und Gemüse: Früchtchen mit Spezialvorlieben

Heimisches wie Äpfel, Kirschen oder Pflaumen liebt es mit unter 8°C eher kühl, Exotisches wie Bananen, Mangos, Melonen, Ananas und Zitrusfrüchte schätzen Temperaturen über 16°C. Weiteres Unterscheidungsmerkmal: Manche Obst- und Gemüsearten geben Ethylen ab, ein Phytohormon und Reifegas, das die Nachreife begünstigt und den Verderb beschleunigt. Wie Äpfel, echte Top-Ethylen-Ausscheider, die Sie besser getrennt lagern, zum Beispiel im Keller. Oder Sie nutzen deren Fähigkeit praktisch: Harte Kiwis nachreifen? Einfach mit Äpfeln bei Raumtemperatur unter Plastikfolie aufbewahren. Weitere Nachreifer sind Pfirsiche und Pflaumen. Bei den Gemüsen zählen neben Kohl und Radieschen auch Tomaten dazu, weshalb Sie diese getrennt vom Salat aufbewahren sollten. Generall schätzen Gemüse 10°C bis 12°C. Wird es kühler, leiden nicht nur Geschmack und Nährstoffgehalt: Gurken und Paprika zeigen hässliche Kälteschäden wie wässrig-glasige Stellen. Und, wer hätte das gedacht? Besonders Kartoffeln outen sich als anspruchsvoll: Oberhalb von 8°C beginnen sie zu keimen, unter 5°C bilden sie Zucker und werden glasig - weshalb Sie an den leckeren Erdäpfeln bei 6°C bis 8°C und 85 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit am längsten Freude haben. Guten Appetit!